Kirsten

Tja, also der Anfang meines Lebens. Eigentlich kann ich da nur von überlieferten Geschichten meiner Vorfahren berichten, demnach habe ich am 25.07.61 so gegen 13 Uhr das Licht der Welt erblickt und war natürlich das schönste Baby seit Bestehen der Kinderklinik.

Ich denke mal, die nächsten Jahre liefen wie die eines jeden kleinen Kindes solange sie sich nicht wehren können. Man stopfte mich in nette Kleidchen mit Höschen, die Rüschen am ... hatten. Als sie mich endlich (wir wohnten damals in einem kleinen Dorf) alleine auf die Straßl;e ließl;en, stellten sie allerdings fest, dass es sinnvoll wäre, mir einen Kurzhaarschnitt (Mecki) zu verpassen und robuste Kleidung . Ich bekam Lederhosen! Für den Sommer kurze und für den Winter diese sogenannten Knickerbocker. Es war ein wunderbares Leben, ich war frei, meine Abenteuerwelt lag mir zu Füßl;en, allerdings jäh unterbrochen durch einen Umzug in eine größl;ere Stadt und die kurz darauf folgende Einschulung.

Die Jahre vergingen, es folgten einige Umzüge, darunter auch drei Jahre Indien, da mein Vater dort beruflich zu tun hatte.

In den ersten 10-12 Jahren meines Lebens spielte ich all das, was Jungens gerne tun und hatte viel Spaßl;.

Dann kam die Zeit, in der man sich für das andere Geschlecht interessieren sollte. Ich schwärmte also mit, da ich es ja nicht besser wusste.

Hatte sogar hier und da einen Freund und habe in späteren Jahren sogar geheiratet und aus dieser Ehe einen heute 13jährigen Sohn. (Den ich über alles liebe)

Während dieser Ehe spielte ich im Verein Fußl;ball und lernte da zum erstenmal Lesben kennen. Das war eine ganz neue Welt für mich. Jetzt wird's schwierig und bestimmt für viele unverständlich. Mein Mann war des Öfteren mal im Gefängnis, ich hielt trotzdem zu ihm, hatte dadurch aber auch viel Zeit und mein Leben entwickelte sich langsam aber stetig immer weiter von ihm weg. Ich unternahm viel mit befreundeten Lesben, ging mit auf Frauenfeten usw.

Hätte mir allerdings damals jemand gesagt, dass ich lesbisch bin, hätte ich es entschieden verneint. Erst heute kann ich zugeben, dass mich Frauen schon damals interessiert haben, nur hätte ich nicht gewusst, wie ich es anstellen soll, damit meine ich Familie und die Gesellschaft. Mit 39 Jahren hatte ich ein erstes kurzes Verhältnis mit einer Frau, von da an wusste ich, dass ich nichts anderes mehr wollte. Als mein Mann mal wieder aus der Haft entlassen war, teilte ich Ihm mit, dass ich die Scheidung eingereicht habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eigentlich nur vor, mit meinem Sohn alleine zu leben, denn ein Leben mit meinem Mann war nicht mehr möglich, ich hatte zu viele Jahre alleine gelebt und es gab keinerlei Basis mehr.

Dann las ich eine Anzeige im Internet und das beigefügte Foto riss mich vom Stuhl. Das war Sie!!!! Trotz meiner Komplexe (denn leider ist aus dem schönsten Baby nicht gerade die schönste Frau geworden, bin zu klein für mein Gewicht und dazu noch Brillenträgerin). Ich antwortete trotz dem! Drei lange Wochen vergingen (sie war im Urlaub) dann endlich Antwort. Sie kam aus der gleichen Stadt wie ich, wir verabredeten uns für Montagabend auf einen Kaffee. Das erste Missverständnis war geboren, denn in meinem Profil stand: suche keine neue Beziehung sondern jemanden, der in der gleichen Situation ist (Alleinerziehend und in Scheidung lebend. Sie dachte, das habe ich aber erst später erfahren, mist das wäre sie, aber leider ist sie Hetero.) Es war ein wunderbarer Abend, danach brachte ich sie nach Hause und wir verabredeten uns für Freitagabend (Frauenfete).

Auf dem Weg nach Hause hatte ich ein ständig flaues Gefühl im Magen und dabei fühlte ich mich aber sauwohl. Zuhause angekommen, schmiss ich den Rechner an und siehe da, sie war online. Ich schrieb sie an, bekam jedoch erst nach einer ganzen Weile eine Antwort, in der Wartezeit rutschte mir schon wieder das Herz in die Hose und ich dachte, na toll, das war's dann. Wir sabbelten eine ganze Weile um den Brei herum, dann meinte ich, dass ich den Freitag schon gar nicht mehr abwarten könne.... Funkstille... dann die Frage: "Kann es sein, dass du dich verliebt hast?" Ich konnte nur noch sagen : "Hmm, schlimm?" Als dann die Antwort "Nein" war, wusste ich, dass das flaue Gefühl Schmetterlinge waren.

Wir haben natürlich nicht bis Freitag gewartet...

Nach einer erstaunlich kurzen Woche und einem superschönen Wochenende war uns klar: wir werden Großl;familie! Drei Monate zahlte ich noch Miete für eine Wohnung, die ich nicht mehr bewohnte. Trotz anfänglicher Probleme waren wir uns beide nie so sicher, das Richtige zu tun, wie damals und haben es bis jetzt auch noch nicht bereut. Es sind meine

Schritte ins Leben

Teil 2

War zwar nicht geplant aber so ist das ja oft im Leben. Wir leben jetzt schon etwas über ein Jahr zusammen, es war wunderschön, aber es gab auch viel Streit, bei dem wir beide oft dachten, wir wären doch zu schnell zusammengezogen. Erst war ich arbeitslos, da hingen wir zu dicht aufeinander (dazu muss ich sagen, dass ich durch meine Ehe soviel Nähe einfach nicht gewohnt war). Jetzt arbeite ich wieder und es ist fast zu wenig Zeit die wir haben. Beide haben wir feststellen müssen, dass wir keine 20 mehr sind "gg" und uns unser Vorleben doch sehr geprägt hat. Ich versuche das mal anhand eines Beispiels zu erklären.
Eine von uns beiden sagt etwas zu der anderen und plötzlich kommt eine Reaktion auf die gesagten Worte, mit der niemand gerechnet hat. In der ersten Zeit kam es dadurch zu oft heftigen Streitereien bis wir feststellten, dass jede von uns beiden ein gespeichertes Muster in sich hat und auf bestimmte Sätze bzw. Worte heftig reagiert, weil negative Erinnerungen auftauchen.
All dieses gehört aber nun mal zu unserem Leben und viele Dinge, die wir für uns (jede für sich) als logisch, oder selbstverständlich ansehen, ist vielleicht für die andere eben genau dieses nicht.
Gerade in einer Beziehung die geschlossen wird zwischen zwei Menschen, die schon Partnerschaften hinter sich haben, eventuell Kinder mit einbringen, ist es extrem wichtig, sich immer die Zeit zu nehmen zu reden, das heißt auch manchmal in Situationen, in denen Frau glaubt, es wäre keinen Zeit da und das Gespräch könne ja auch später geführt werden.

NEIN

Nehmt euch Zeit !!!!

Das Finale

Die Beziehung ist beendet und viele meinen, ich sollte diese Geschichte von meiner HP nehmen! Ich habe lange überlegt und ich werde sie stehen lassen, weil auch sie zu meinem Leben gehört.
Ein trauriges Ende, aber es hat wohl nicht sein sollen. Unsere Beziehung ist beendet und ich stehe vor einem Scherbenhaufen den ich zwar wahrnehme jedoch noch nicht an mich heran lasse.

Wochen später, das Leben ging weiter und ich habe es überlebt ! Dazu möchte ich hier zwei Gedichte reinstellen die mir eine ganz liebe Freundin geschickt hat:

Warum tut Liebe weh?

Es tut weh, wenn man sich in den Finger schneidet.
Liebe schmerzt auf andere Weise.
Es gibt keine Medikamente,
nur die Zeit, das Vergessen und die Tränen.
Sie spülen den Kummer allmählich heraus.
Nur nicht gleich, nicht sofort.
Liebe braucht Zeit um zu heilen.
Nur eine neue Liebe kann den Schmerz der alten heilen.
Wieder braucht es Zeit, die neue Liebe zu entdecken.
Es ist ein Trost, dass diese Zeit für jeden einmal kommt.
Dauert es noch lange?
Nein, sie ist da.

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Veränderung

Spürst Du die Veränderung?
Wie der Nebel sich lichtet.
Ganz sanft, Stück für Stück.
Ein Hoffnungsschimmer erhellt den Tag.

Spürst Du das leise Rascheln?
Wenn Bänder sich verschließen.
Langsam ineinander sich verbinden.
Sich halten und voneinander zehren.

Spürst Du die Wärme?
Sogar Dein Lachen klingt anders.
Altvertrautes neu entdeckt.
Fühlst du es auch?
Also ich finde sie wunderschön !

Am 22.09. 03 erhielt ich eine E-mail von einer mir bis dato unbekannten Person und wollte sie schon fast löschen, aber meine Neugierde war größer (Ich danke allen guten Geistern dafür) denn diese Mail war von Melanie und in nur vier Wochen, in denen bestimmt hunderte von Mails hin und her gingen, habe ich den Menschen gefunden, den ich ein Leben lang gesucht habe.
Süße ich liebe Dich über alles!
Heute ist der 28.10.03. Melanie und ich sind jetzt genau 4 Wochen zusammen , diese 4 Wochen waren wunderschön und beide sind wir uns sicher dass wir zusammengehören.
Schatz, ich liebe Dich, und gemeinsam werden wir es schaffen, das kommende Jahr wird wie im Fluge vergehen.