Nina und Marie |
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Sie beobachtete Marie, deren lange blonde Haare im Wind flatterten. Die von dunklen Wimpern umrahmten Augen waren geschlossen, der Kopf weit in den Nacken gelegt, die Beine gestreckt, um Schwung zu holen. Die Fußspitzen berührten fast das Blätterdach des Baumes, an dem die Schaukel befestigt war. Der Rock von Maries Kleid wurde durch den Luftzug aufgebauscht und sie konnte einen Blick auf ein hellblaues Höschen erhaschen. Sie spürte ein Kribbeln im Bauch und ihr Herz klopfte heftig. Plötzlich unterbrach Kindergeschrei die Ruhe und Marie sprang mit einem Satz von der Schaukel. „Komm, lass uns hier verschwinden, gleich wird es mir hier zu unruhig!“, rief sie, fasste Ninas Hand und beide liefen den Waldweg entlang, bis sie zu einer kleinen Lichtung kamen, wo sie sich atemlos aufs Gras fallen ließen. „Puh, ist mir heißt“, stöhnte Marie. Sie strich sich eine feuchte Strähne aus ihrem erhitzten Gesicht. Nina beugte sich über sie und pustete sanft ihren Atem über Maries Stirn, die geschlossenen Augen, die Nase, ihre Lippen…. ihre Lippen…. wenn sie die jetzt einfach mit den ihren berühren würde…. sie hielt inne und ihr Mund schwebte sekundenlang über Maries. „Was machst du denn da?“ Marie hatte die Augen aufgeschlagen und blickte Nina verwirrt an. „Äähhh – nichts, ich kühle nur dein Gesicht.“ Marie lächelte. „Lieb von dir! Aber mir kommt eine viel bessere Idee. Lass uns zum See laufen und eine Runde schwimmen!“ „Aber wir haben kein Badezeug dabei!“ „Macht doch nichts, um diese Zeit ist hier eh niemand, alle sind in der Schule.“ Nina zögerte. „Du meinst, wir sollen einfach nackt baden? Und wenn doch jemand kommt?“ „Und wenn schon, dann tauchen wir einfach unter. Ach komm, sei kein Frosch,“ Marie sprang auf und zog Nina an der Hand zu sich herauf. „Los, komm!“ Nina kannte Maries Beharrlichkeit und ließ sich ergeben von ihr mitziehen. Der See glitzerte im Sonnenlicht und weit und breit war kein Mensch zu sehen. Marie zog ihre Schuhe aus und tauchte ihre Füße in das klare kalte Wasser. „Huh, ganz schön kalt, das wird uns schön erfrischen! Komm, probier auch mal.“ Nina tat es ihr nach und eine Weile spielten ihre Füße im erfrischenden Nass, wurden immer kecker und fingen an, mehr und mehr kleine Wellen zu schlagen. „Pass auf, du machst meine Hose ganz nass!“, rief Nina. „Zieh sie doch einfach aus, los, beide gemeinsam, ich mein Kleid und du deine Hose und die Bluse!“ Nina zögerte, aber als sie sah, dass Marie ohne weitere Umstände ihr Kleid über den Kopf zog und nur noch im Slip da stand, zog auch sie kurz entschlossen die Hose aus und begann ihre Bluse aufzuknöpfen. Verstohlen sah sie dabei zu Marie, die ihr den Rücken zuwandte und sich befreit reckte und streckte. Sie betrachtete ihr knappes Höschen und den Ansatz von Maries Pobacken und wieder spürte sie dieses kribbelnde Gefühl in ihrem Bauch. Verwirrt strich sie sich mit beiden Händen durch ihre kurzen dunklen Haare und ließ dann die Bluse von ihren Schultern gleiten. Lachend drehte sich Marie zu ihr um. „Los, wer als erste im Wasser ist!“ Sie lief los und Nina blieb benommen stehen. Was war nur los mit ihr? „Gewonnen! Wo bleibst du denn?“ Marie stand bis zur Taille im Wasser, die Hände beschattend über die Augen gelegt. „Ja, ich komm ja schon.“ Langsam ging Nina ins Wasser, die Arme vor ihrer nackten Brust gekreuzt. Sie bemühte sich, Marie nicht anzustarren, konnte ihre Blicke aber nur schwer von deren vollen festen Brüsten abwenden. Dann ergoss sich auf einmal ein Schwall kalten Wassers über sie und brachte sie wieder zur Besinnung. „Na warte, das wirst du mir büßen“, rief sie und schaufelte nun ihrerseits mit beiden Händen das eisige Nass über Marie. Kreischend und kichernd tobten die beiden Mädchen übermütig im See herum, bis die Kälte in ihre Knochen drang und es sie wieder aus dem Wasser trieb. Fröstelnd ließen die Mädchen sich aufs Gras sinken und breiteten Arme und Beine aus, um sich von der Sonne wärmen zu lassen. „Ich zieh mein Höschen auch aus, dann trocknet es besser“, meinte Marie. Nina wollte nicht prüde erscheinen und tat es ihr nach. „Ich mag gar nicht an die mündliche Prüfung nächste Woche denken“, sagte Marie. „Ich bin froh, wenn wir endlich damit durch sind.“ „Ja, geht mir genauso; vielleicht war es gar nicht so klug von uns, heute einfach zu schwänzen, vielleicht verpassen wir was Wichtiges.“. „Ach Quatsch, das werden die anderen uns dann schon erzählen, ein Tag ohne Gedanken an Schule und Abi wird uns schon gut tun. Und jetzt kein Wort mehr davon!“ „Du hast doch davon angefangen!“ protestierte Nina. „Hab ich ja gar nicht“, neckte Marie und plötzlich fingen beide ein wenig an zu rangeln. Als ihre Brüste dabei aufeinander trafen und sich aneinander rieben, erstarrten beide. Nina spürte ein seltsam ziehendes Gefühl im Unterleib und konnte sich nicht mehr rühren. Maries Gesicht hatte einen seltsamen Ausdruck bekommen. Sie ließ ihre Hand auf Ninas Wange sinken und fing sie zärtlich an zu streicheln. Marie drehte ihren Kopf ein wenig zur Seite und fing Ninas Daumen mit ihren Lippen ein. Groß sahen sich die blauen und die braunen Augen an. Dann senkte Marie langsam ihren Kopf, so dass ihre Haare ihrer beider Gesichter umhüllten und legte ihre Lippen auf Ninas Mund. Nina entfuhr ein leiser Seufzer, dann öffnete sie zögernd ihre Lippen und spürte die Spitze von Maries Zunge. Erschrocken richtete sie sich auf. „Das geht doch nicht! Wir sind doch zwei Mädchen, das geht doch nur zwischen Jungen und Mädchen!“, rief sie atemlos. „Wer sagt das denn?“. Auch Marie hatte sich aufgesetzt. „Frauen können sich genau so lieben. Ich weiß das, eine Tante von mir lebt auch mit einer Frau zusammen.“ „Deine Tante ist lesbisch?“, fragte Nina ungläubig. „Davon hast du ja noch nie erzählt.“ „Naja, davon redet man ja auch nicht, in unserer Familie wird das totgeschwiegen, ich bin auch nur durch Zufall dahinter gekommen. Ich habe sie auch schon jahrelang nicht mehr gesehen. Es lädt sie niemand mehr ein.“ Nina saß stumm da und musste diese Neuigkeit erst einmal verdauen. Dann spürte sie Maries Hand, die ihr zärtlich die Haare strubbelte und über ihren Nacken auf ihre Schultern glitt. Ihr Herz klopfte. Was sollte sie jetzt tun? Still halten? Eigentlich würde sie Marie auch gerne berühren. Warum eigentlich nicht? Zögernd hob sie ihre Hand und griff in Maries Locken. Vorsichtig zog sie daran Maries Gesicht näher zu ihrem. Wieder sahen sie sich in die Augen und versuchten darin zu lesen, was die andere dachte und wie es jetzt weitergehen würde. Und dann ging alles wie von selbst. Ihre Arme schlangen sich umeinander, ihre Lippen suchten und fanden sich und eng umschlungen ließen sie sich wieder ins Gras sinken. Die Welt versank um sie herum und sie genossen ihre gegenseitige Wärme und Zärtlichkeit. Nach einer Ewigkeit, die viel zu schnell vorbei war, lösten sie sich voneinander. „Und nun? Sind wir jetzt auch lesbisch?“ fragte Nina. „Vielleicht“, meinte Marie. „Ich fühle mich jedenfalls sehr wohl bei dir und möchte mit dir zusammen sein, so oft es geht. Du hast mir schon immer viel mehr gefallen als die anderen Mädels und an Jungen hat mir noch nie etwas gelegen. Hattest du schon einmal einen Freund?“ „Nein, noch nie, ich wollte auch keinen.“ „Na siehst du, dann ist doch alles in Ordnung“, lachte Marie, „dann sind wir eben lesbisch, na und?“ Nina sah sie verblüfft an und dann brachen beide in ein befreites Lachen aus. Dann waren sie eben lesbisch. Sollten die anderen doch denken, was sie wollten, gemeinsam kamen sie da schon durch. Daggi |