Stummer Schrei |
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Es ist kalt…. du stehst neben mir…. auf der brücke, am bach… es wäre eine tolle situation, wäre da nicht diese schwere, diese trauer um uns herum... eigentlich schon komisch… wie oft habe ich davon geträumt oder es mir vorgestellt… wir zwei, um uns herum natur, die berge versprechen geheimnisse …. der nebel senkt sich über unsere köpfe herab… doch kann es keiner von uns genießen… ich weiß nicht… soll ich sprechen… soll ich schweigen… es fällt mir schwer, deine entscheidung zu akzeptieren… weiß nicht ob ich es aushalte… ohne dich zu sein… das kann nicht die wirklichkeit sein.. sie darf es nicht sein…. es kommt so plötzlich… du willst weg… ich habe das gefühl du willst weg von deiner vergangenheit, der gegenwart, der zukunft… weg von mir … warum gerade hierher… warum gerade jetzt … ich bekomme keine antwort… kann und darf sie nicht erwarten… ich will den augenblick geniessen… die sekunden treiben langsam dahin… ich schaue dich an... deine haare….so schön… ich kann es nicht beschreiben... so unsagbar schön... sinnlicher kann eine Frau kaum sein…… dein ohr das ein wenig zu sehen ist…. mein blick sucht deine augen… du schaust in die ferne… ich glaube tränen zu sehen… aber vielleicht täusche ich mich auch… deine augen, sie sind so grün… sie zeigen dein inneres…. Deine nase… die lippen…. mein blick huscht wieder zu deinen augen und du schaust mich an... nein, ich habe mich nicht getäuscht.. ich sehe tränen in deinen augen glitzern, kurz nur… für einen kurzen moment… was geht in dir vor… ich möchte wissen was du denkst… aber deine tiefsten gedanken bleiben mir verschlossen… du sagst es ist besser so… wir können uns doch sehen, komm mich besuchen….. doch wie oft soll das sein, 1 mal im jahr?… kannst du damit leben, frag ich dich... du sagst… ja… im ersten moment glaube ich dir, aber zweifel steigen in mir empor… das kann doch nicht alles gewesen sein… was ist mit unseren erlebnissen…. schiebst du sie einfach fort… ich wage es nicht, dich zu fragen… zu fragen ob dies bedeutungslos für dich ist… ich will nicht, dass du dich innerlich noch mehr von mir entfernst… ich will dich nicht ganz verlieren…. unsere blicke trennen sich… bedrückt, verlegen, ängstlich, traurig schauen wir weg… wielange stehen wir schon hier…. es sind nur sekunden und doch ist es wie eine unerträgliche ewigkeit… es tut weh… ich kann mich nicht bewegen.. ich habe angst, ein winziger lufthauch könnte dich vertreiben…. du sagst, ich muss gehen, meine familie wartet…. schmerzlich kommt mir der gedanke… gehöre ich denn nicht mehr dazu…. eine umarmung noch…zum abschied… einmal noch… und nie wieder loslassen…. aber es bleibt mir verwehrt…. in mir zerspringt etwas…. du drehst dich um… ich will dich aufhalten.. ich habe keine kraft… ich muss dich gehen lassen… es ist so einfach aufzugeben…. das war es also… du gehst und lässt mich zurück…. wirst du mich vielleicht vergessen, frage ich mich… worte hinterrufen, lohnt es sich…. ich versuche es… der wind trägt meine traurigen worte fort… meine stimme verstummt… ich kann nicht atmen… mein hals ist wie zugeschnürt… das war es dann also…. jeder geht seinen weg… du deinen… und ich meinen … trostlos… leer… unvollkommen… beraubt… konntest du den schmerz in meinen augen lesen.. das konntest du doch schon immer gut… ich habe keinen zweifel… doch warum gehst du dann… lässt mich hier zurück… einsam… verlassen… kann mich nicht rühren… kann nichts mehr tun… ich muss wohl gehen… ich kann nicht gehen… aber ich muss… mein platz ist nicht hier… mein platz ist nicht bei dir… ich drehe mich um... laufe… laufe… laufe… weiß nicht wohin ich gehe… weg von hier… weg von dir… ein letztes mal drehe ich mich um… doch der weg ist leer… niemand da… die nacht senkt sich langsam herab… ich laufe weiter… einfach geradeaus… finde meinen weg… welcher es ist, ich weiß es nicht… es ist so kalt… so kalt in mir drin… ich ziehe meine jacke enger zusammen… in gedanken verloren laufe ich… höre den zug…. Der mich in mein altes leben bringt… erbarmungslos … wie die zeit… ich kann den bahnhof sehen… im hintergrund die berge... wie ironisch das ist… diese wundervolle umgebung... und nun erfüllt mit traurigkeit… ich habe keine wahl… ich muss weiter laufen… der zug ist da… achte kaum auf ihn… es kommt mir vor wie der gang zum scheiterhaufen… wieviel zeit wohl vergangen ist… ich bleibe stehen… der mond leuchtet am sternenhimmel… schleierwolken verdecken ihn von zeit zu zeit… wie romantisch, denke ich sarkastisch… zeit vergeht zu schnell… verträumt und ungläubig schaue ich dem zug hinterher… er fährt richtung altes leben… ohne mich … fast schon bedaure ich es… es ist bitterkalt… keine menschenseele zu sehen… was nun… warten… worauf… worauf soll ich warten… denkst du an mich, frage ich in die stille hinein… was machst du… wo bist du… keine antwort… nicht einmal der wind will mit mir reden… stille ist so gefährlich… sie macht krank…. Sie verletzt die seele und das herz… ich habe angst… werde mir der dunkelheit bewusst… sie schleicht an mir vorbei… kriecht in mich hinei …. Es ist so kalt… ich zittere… ich laufe los… ziellos… weiß nicht wohin… in der ferne sehe ich die häuser… lichter, die mich verhöhnen wollen… sie interessieren mich nicht… du bist da... irgendwo.. verhöhnst du mich auch?… stille ist gefährlich… sie bringt böse gedanken, die nicht mehr gehen wollen… ich will sie nicht haben… verscheuche sie aus meinem kopf… laufe weiter… mir ist so kalt… ich laufe und laufe und laufe… die angst treibt mich voran… ich kenne den weg… hab ihn nicht vergessen… wie auch… führt er mich doch zu dir… zu dem wesen, das mir genommen wurde… laufe an Häusern vorbei… wieder lichter, die mich verhöhnen… ich beachte sie nicht… sie interessieren mich nicht… ich bleibe stehen… mein herz es pocht… weiß nicht warum… ein haus wie jedes andere… und doch… anders… vorsichtig schaue ich hinein… und sehe dich… und mein herz es bricht …. Denn du lachst… bist fröhlich… wie kann das sein… es darf nicht sein… warum leide nur ich… nimmt es dich nicht mit?… du drehst dich um… schaust zum fenster… ernster blic … oder doch verträumt… ich schrecke zurück… doch du siehst mich nicht… ich beobachte dich… wie du dich bewegst… wie deine lippen worte formen… deine blicke, die nicht mir gelten… sondern… traurig schaue ich weg… tränen bahnen sich ihren weg… doch ich kann nicht anders… schaue dich wieder an… wie verzaubert schaue ich dich an… oder ist es doch ein fluch… der mich treibt… wielange ich hier stehe…
Susann |