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Liebe Daggi,
kommt mir schon Ewigkeiten vor, seit ich am Computer war und dein Mail
gelesen habe und gerne antworten wollte aber ich hatte einfach keine Ruhe
und Zeit. Aber dazu später. Dass du die Musik von Joan Armatrading kennst
und magst, da hab´ ich im Traum nicht mit gerechnet. Bisher habe ich noch
niemanden getroffen, der was von ihr kannte. (Allen, die mich näher kennen,
blieb´dann allerdings auf die Dauer keine andere Wahl, als sie
kennenzulernen, weil ich wie gesagt bereits seit Kindesbeinen an ;-)..)
Das Lied "rescue me" (und das Video dazu) finde ich übrigens auch stark, war
schon in Versuchung, eine CD der Gruppe zu kaufen. Aber das ist etwas
riskant, wenn man sonst nichts an Titeln kennt, da sind Fehlkäufe schon mal
vorprogrammiert. Neuerdings haben wir aber den Media-Markt bei uns, da
kann man in Ruhe Probehören, womit ich mir schon mal einen halben Tag um die
Ohren schlagen kann.
Dein erster Urlaubstag klingt, bis auf das Ausschlafen und ausgiebige
Frühstück, ziemlich nach Verpflichtungen. Ich hoffe, das ging nicht die
ganze Zeit so weiter!
Nun zu deinen Fragen: wir waren einmal in Dänemark an der Ostsee, in der
Nähe von Juelsminde und dann immer an der Nordsee, mehrmals in Veilby Klit
(in der Höhe von Lemvig) und einmal in Saltum Strand (Jammerbucht). Vorher
war ich mit meiner Schwester und meinem Schwager im Spätherbst (1993?) mal
eine Woche in Blokhus, das muss mich wohl sehr geprägt haben, seitdem zieht
es mich jedes Jahr nach Jütland. Der Strand, das Meer, ein Ferienhäuschen
für uns allein, ein Stapel guter Bücher, legere Klamotten für Wind und
Wetter, Musikhören, im Dünensand sitzen und Milchkaffee (oder je nach
Tageszeit auch Sekt) schlürfen, abends grillen oder ein Kaminfeuerchen
anschüren, rumreisen oder rumhängen, einfach mal so auf die eigenen
Bedürfnisse hören - herrlich! Nur die Gitarre kann ich aus Platzgründen nie
mitnehmen - das fehlt mir dann ein bißchen.
Unsere Autos (um die wir bei jeder Dänemark- Fahrt bangen) sind zwar nicht
so alt wie dein Jetta (10 und 13), aber haben 190 Tsd bzw. 160 Tsd auf dem
Tacho, da murmelt man schon mal ein paar beschwörende Worte, bevor es mitten
in der Nacht vollbepackt auf die Reise geht.
Mit dem Regen, das ist schlimm dieses Jahr. Und wir hatten ausgerechnet auch
noch ein undichtes Dach. Ein Schreck in der Abendstunde, sag´ich dir.
Sabine rief plötzlich aus dem obersten Stockwerk nach mir und war schon
dabei, die Bescherung einzudämmen. Putzeimerweise kam das Regenwasser durch
die Deckenverkleidung gelaufen, zum Glück in einem Raum der gefliest ist.
Wir haben dann alle verfügbaren Eimer und Schüsseln, Wischlappen und
Badehandtücher ausgelegt und es regnete und regnete...Inzwischen waren aber
die Dachdecker da, es scheint alles wieder dicht zu sein, die Rechnung folgt
noch. So ein gebrauchtes Haus gekauft zu haben, ist schon manchmal etwas
abenteuerlich.
Sabine kenne ich seit 1993. Das war (ein glücklicher) Zufall, dass wir uns
kennengelernt haben. Sie hatte im Rahmen ihrer (Zweit-)Ausbildung ein Berufspraktikum zu absolvieren und man fragte bei mir an, ob ich Praktikanten betreuen könne. Eigentlich wollte ich
gar nicht unbedingt, aber dann habe ich zugestimmt. Und so haben wir dann
erstmal brav drei Monate zusammen gearbeitet, bis
das Praktikum um war und ich das Zeugnis geschrieben hatte. Eine spannende
Zeit, wenn man so gar nicht weiss ob überhaupt und falls ja, woran man ist.
Ich bin nämlich seeeehr zurückhaltend und sie auch. Also haben wir uns auch
nach dem viertel Jahr weiterhin brav gesiezt, aber auch mal privat zum
Hundespaziergang verabredet... Im Nachhinein ist das schon lustig, wenn man
drüber nachdenkt. Wie hast du deinen Mann kennengelernt?
Was ich (unter anderem) noch fragen wollte, was planst du genau mit deiner
eigenen homepage? Da bin ich gespannt drauf.
Und was hast du vor deiner Ehe so gemacht, beruflich und freizeitmäßig? Hast
du viele Leute, mit denen du dir Mails schickst? Was unternehmt ihr so
zusammen oder alleine? (Das würde mich interessieren, aber nur, wenn du dich
nicht ausgefragt fühlst!)
So, jetzt müssen wir uns hier mal um die Fetenreste (Sabines Geburtstag)
und das Chaos kümmern und das Gästezimmer wieder herrichten. Meine Mutter
hatte hier übernachtet, weil es abends schlecht ist, mit dem Zug/Bus nach
Hause zurückzukommen und wir aber gerne was trinken und nicht noch durch
die Gegend fahren wollten an dem Abend. Wir haben sie morgens dann mit dem
Auto zurückgebracht.
Uff, das war´s erstmal. Der Hundespaziergang drängt. Ich glaube manchmal,
ich könnte Tage damit zubringen, zu mailen. Selbst wenn ich alles
abgeschickt habe, bin ich in Gedanken nie ganz fertig. Hoffentlich wird dir
das nicht zu viel.
Viele liebe Grüße sendet dir
Margit
Liebe Margit,
jetzt wirds aber Zeit, daß ich dir antworte, nachdem ich schon 2 Mails,
eine e-card und 3 Bilder von dir erhalten habe. Vielen Dank dafür! Jetzt kann
ich mir ja schon ein wenig vorstellen, wie und wo ihr lebt. Sobald hier mal
wieder freundlicheres Wetter ist, werde ich einen ganzen Film vollknipsen,
und dann bekommst du auch ein paar Bilder von hier und von uns. Aber ein Bild
von euch schickst du mir noch, ja?
Seit Montag sind wir eigentlich nur am rumgammeln, lesen, computern,
zwischendurch essenkochen, gestern morgen war ich auf Nachbarschaft zum
Geburtstagsfrühstück eingeladen und übermorgen müssen wir zum 60. Geburtstag. Nächste
Woche geht es dann ans Renovieren und die letzte Woche werden wir dann
vielleicht mal ein bißchen was unternehmen. Mein Mann ist ja (leider) sehr
häuslich und in der Beziehung wenig unternehmungslustig und meine Freundin, mit
der ich dann öfter mal was unternehme, ist verreist.
Also werde ich das beste draus machen. Schön wäre es, wenn das Wetter ein
wenig freundlicher wäre.
Ich hoffe, ihr sitzt jetzt wieder im Trockenen und könnt euren Garten
genießen, bei euch soll das Wetter ja ab heute besser werden.
Wie ich meinen Mann kennengelernt habe? Das ist eine etwas längere
Geschichte. Ich war vorher (von 1973 bis 1982) schon einmal verheiratet. Aber mein
damaliger Mann hatte des öfteren eine Freundin nebenher bis ich dann die
Nase voll hatte und wir uns (allerdings freundschaftlich) getrennt haben. Nun
stand ich aber ziemlich alleine da, meine eigenen Freundschaften hatte ich
total vernachlässigt und keine Kontakte mehr und unsere gemeinsamen Freunde
waren eigentlich alle mehr oder weniger von seiner Seite (Fußballverein usw.).
Da habe ich etwas gemacht, was eigentlich ganz gegen meine Natur ist und
worüber ich mich heute noch wundere, ich habe nämlich auf eine Anzeige
geschrieben, in der junge Leute von 18 bis 30 zur Bildung einer Clique gesucht
wurden. Zum ersten Treff bin ich dann mit klopfendem Herzen und zitternden Knien
gegangen, aber es waren dann ganz nette Leute da und wir haben dann in den
folgenden Monaten viel gemeinsam unternommen: ins Kino, Spieleabende,
gezeltet, Radtouren usw. Aber nach einigen Monaten wurden wir dann doch immer
weniger, bis wir schließlich eine neue Anzeige in die Zeitung zur Erweiterung
unserer Clique gesetzt haben. Bei denen, die sich dann neu dazugesellten, war
dann auch mein jetziger Mann dabei. Wir sind dann eigentlich recht schnell,
nach 3 Monaten, zusammengezogen und haben dann 1 1/2 Jahre später geheiratet
und 1985 wurde Markus geboren.
Mit meiner Homepage habe ich eigentlich noch gar nichts genaues geplant,
ich muß erstmal ein idiotensicheres Programm dazu finden.
Vor meiner Ehe habe ich zuerst bei einer Spedition in der Buchhaltung und
später bei einer Bremer Tageszeitung im Redaktionssekretariat gearbeitet.
Freizeitmäßig habe ich schon immer gern gelesen, sportlich war ich nie.
Während meiner ersten Ehe habe ich die meiste Zeit auf dem Fußballplatz
verbracht oder alleine zuhause. Wenn ich jetzt so zurückdenke, habe ich eigentlich
sehr wenig für mich selber getan, ich habe mich immer meinen Männern
angepaßt und gesehen, daß ich es allen recht mache. Dazu kommt noch, daß ich sehr
zurückhaltend bin und in den letzten Jahren auch immer weniger
Selbstbewußtsein habe, sicher aufgrund meiner Figur.
Mails schicke ich mir eigentlich nur mit dir, ansonsten nur mal eben eine
kurze Nachricht an diesen oder jenen. Schreibst du dich mit mehreren Leuten?
Und woher kommen dann deine Kontakte? Wie ist das überhaupt bei euch,
besteht euer Bekanntenkreis nur oder hauptsächlich aus Lesben, oder habt ihr
auch viele "normale" Bekannte? Schaust du viel in den Fernseher und guckst du
bestimmte Sendungen? Ich gestehe ja, ich gucke regelmäßig die Lindenstraße
und die Verbotene Liebe.
Schreibe du mir nur ruhig weiter schöne lange e-mails. Ich freue mich
immer, wenn ich deinen Namen in meinem Postfach sehe.
Also, erstmal weiterhin einen schönen Urlaub und arbeitet nicht zuviel!
Viele Grüße
Daggi
Liebe Daggi,
durch deine aufmunternden Zeilen zum Thema PC-Sound voll motiviert, habe ich
soeben zwei Boxen an den PC angeschlossen, was nicht so ganz einfach war, da
die Aus- und Eingänge an der Soundkarte überhaupt nicht beschriftet sind.
Aber nach kurzem Ausprobieren klappte es tatsächlich, es gab beim Hochfahren
so ´ne Art Fanfare und jetzt überlege ich fieberhaft, wo ich Dateien
herbekomme, die Sound haben, damit ich noch ein bißchen was hören und
ausprobieren kann. Bis mir was dazu einfällt (oder ich vielleicht noch mal
einen Tipp von dir bekomme?!), helfe ich mir mit einer Audio-CD. Momentan
sitze ich noch im Kabelwust und die Boxen stehen total im Weg herum, aber
das mache ich noch irgendwann in Ruhe... Erschwerend kommt hinzu, dass mein
Bildschirm heute auf Reisen war und ich auch noch nicht wieder alles so
aufgestellt habe, wie es zweckmäßig wäre.
Nun zu deiner Mail, über die ich mich wieder sehr gefreut habe: Mit dem Foto
von uns (versprochen), musst du noch bis zum Urlaubsende Geduld haben, weil
ich das nur im Büro scannen lassen kann. Ich hab´ sonst niemanden mit
Scanner, den ich fragen könnte. Die Wetterprognose, das war ja wohl ein
Flopp. Erst gestern war der e r s t e schöne Tag hier im Rheinland. Ich
habe mich mit ein paar Kollegen zum Wandern in
Klotten an der Mosel getroffen. Dort sind wir durch ein Nebentälchen der
Mosel an einem Wasserfall vorbei bis auf die Höhe gewandert und dann durch
die Weinberge zurück. Danach sind wir noch eingekehrt und es war ein richtig
gelungener Tag. Ich bin leider auch nicht (mehr ) besonders sportlich,
aber wandern gehe ich nach wie vor sehr gerne, vor allem wenn es auf dem Weg
was zu sehen gibt, besondere Tiere, Pflanzen oder Landschaftsformen.
Früher bin ich geritten, war in einer Tischtennis- und Volleyballmannschaft
und bin einmal wöchentlich zum Schwimmen gegangen.
Was du da zum Thema Ehe (erste) geschrieben hast, hat mich doch etwas
erschüttert. Was muss das für ein schreckliches Gefühl sein, betrogen zu
werden, wenn man selbst eine andere Einstellung zu Liebe und Treue hat. Wie
eine Trennung unter diesen Bedingungen noch freundschaftlich erfolgen kann,
wie du schreibst, kann ich mir schlecht vorstellen. Da muss man wohl ein
großes Herz und viel Toleranz mitbringen. Bei mir hat es damals noch Jahre
gedauert, bis ich nach meiner beendeten Beziehung wieder halbwegs damit klar
kam, nicht mehr diejenige welche zu sein, und es tut manchmal sogar jetzt
noch weh, wenn ich zufällig mit meinem "Nachfolger" zu tun bekomme. Dabei
bin ich nicht betrogen worden und er war auch nicht der Grund für unsere
Trennung, aber trotzdem. Irgendwie wohl schlecht verarbeitet das Ganze, ich
habe das Thema auch nie mehr aufgegriffen oder mit jemandem darüber
gesprochen, was vielleicht ein Fehler ist.
Mit der Antwort auf eine Annonce, das habe ich in meiner Verzweiflung auch
einmal gemacht, obwohl das auch nicht meine Art ist, allerdings weniger
erfolgreich als Du und ohne Happy-End. Die Frau war aus Frankfurt, so eine
richtige Szenegängerin, sonnenstudiogebräunt, durchtrainiert, durchgestylt
und wahrscheinlich auch eher an einer Affäre interessiert - so gar nicht
meine Welt. Das das bei dir und deinem jetzigen Mann auf diesem Weg geklappt
hat, finde ich klasse.
Ich habe übrigens auch noch nie jemand auf gut Glück angemailt, außer jetzt
bei dir. Das kam daher, weil eine Kollegin mich gebeten hatte, ihr zu helfen
mit Internetzugang und EMail-Adresse. Ich habe ihr dann u.a. eine
eMail-Adresse bei gmx eingerichtet und kurze Zeit später hat sie sich
beklagt, sie habe von einem völlig fremden Typen eine Mail bekommen. Bei
näheren Nachforschen sind wir dann auf diese Userprofile von gmx gestoßen
und als ich mir das zuhause nochmal in Ruhe angesehen habe, auch um zu
gucken, ob ich da ebenfalls drin stehe, fand ich deine Angaben. Und die
haben mich neugierig gemacht. Es hat dann allerdings ein paar Tage gedauert,
bis ich mir ein Herz gefasst und überlegt hatte, was ich denn mal so
schreiben könnte. Was hast du eigentlich gedacht?
Ich schicke noch mit einigen Freundinnen und Freunden eMails, allerdings
mehr so auf Informationsbasis; Treffen verabreden, kurze Lageberichte, Grüße
hin und her, was man andernfalls auch telefonieren würde. Apropos
Bekanntenkreis: also, wir kennen nur zwei Lesben (damals zufällig im
Cockerspanielverein kennengelernt) und ansonsten haben wir nur "normale"
Bekannte, also Heteros, ob die alle so normal sind, sei mal dahingestellt
...:-) Das hat wahrscheinlich damit zu tun, das Lesben eher selten sind und
wir nicht in der Szene verkehren (sofern es hier überhaupt eine gibt, was ich
mal bezweifeln möchte). Manchmal finde ich das schade, keine anderen Lesben
zu kennen, weil es auch einfach gut tut, sich mal unter Gleichgesinnten zu
bewegen und nicht schauspielern zu müssen oder auf der Hut zu sein, was man
sagt und wie man sich verhält. Ich weiß nicht, ob du das nachfühlen kannst,
aber es ist schon in manchen Situationen recht stressig - gerade auch im
Berufsleben. Bis auf ein Event jährlich, leben wir eigentlich recht
konventionell: Seit zwei Jahren gehen wir aber zum Christopher-Street-Day in
Köln. Nicht zur Parade, das ist mir zu blöd, dieses sich zur Schau stellen
und das ganze Gedränge, sondern da ist am Samstag vorher ein Straßenfest,
das über mehrere Straßenzüge und Plätze geht. Es gibt Life-Musik, Kabarett,
Verkaufsstände mit spezieller Literatur, Schmuck, Informationsstände etc.
und gutes Kölsch. Wir fahren mit dem 35-DM-Ticket der Deutschen Bahn hin und
her, so dass wir auch was trinken können und gönnen uns an diesem Tag für
den Rückweg vom Bahnhof ausnahmsweise ein (hundeliebes) Taxi, mit
dem wir erst zu Sabines Mutter fahren, um unseren Hund abzuholen, und dann nach
Hause. Von diesem Tag zehren wir dann den Rest des Jahres...Hast du
Homosexuelle in deinem Bekanntenkreis?
Wie war das bei der Bremer Tageszeitung, was hast du da genau gemacht? Ich
hab´ ja ab und zu mit der Presse zu tun, wegen der Öffentlichkeitsarbeit,
deshalb interessiert mich das besonders. Nach meinen Erfahrungen geht es in
den Redaktionen meistens recht stressig zu und was die manchmal aus meinen
Artikeln zusammenbasteln, die erkenn´ ich kaum wieder...
Fernsehgucken, noch so ein Thema, wo ich etwas ausholen muss/möchte: wir
haben mit diesem Haus eine bereits montierte Sat-Antenne gekauft und
deshalb auch kein Kabelfernsehen mehr installieren lassen. Aber irgendwie
klappt irgendwas nicht. Entweder ist die Antenne kaputt (kommen wir nicht
dran, Nachbargrundstück) oder wir haben bei unseren kleineren Umbaumaßnahmen
versehentlich ein Kabel gekappt oder die Angaben des Vorbesitzers stimmen
nicht (was nicht wundert, der hat eh das Blaue vom Himmel gelogen) oder wir
sind zu blöd, den Satellitenreceiver zu bedienen oder der ist im Eimer, kurz
und gut, eine normale Hausantenne existiert nicht und es bleibt uns zur Zeit
nur der kleine Fernseher aus Sabines Kindertagen mit herausziehbarer
Teleskopantenne und einem leidlichen ersten und einem schneeverrauschtem
zweiten Programm. Und obwohl ich es anfangs nicht geglaubt habe, man gewöhnt sich
dran, nur die Tagesthemen oder mal einen Tatort gucken zu können und es ist
gar nicht mal schlecht, nicht mehr nächtelang davor zu hocken und die
Programme ohne Sinn und Verstand rauf- und runterzuschalten, sondern
stattdessen zu lesen, zu gärtnern, zu mailen, zu spielen oder einfach mal
eine Kerze anzuzünden und zu sinnieren oder zu quatschen. Für mich
jedenfalls. Sabine vermisst den Fernseher mehr als ich, weshalb wir auf
Dauer doch was zur Fehlerbeseitigung unternehmen müssen. Sie guckt auch eher
mal die Serien an, ich glaube auch Verbotene Liebe, Marienhof und ähnliches,
aber meins ist das nicht so.
Allmählich werden meine drei Finger, die ich nun seit geraumer Weile zum
Tippen bemüht habe, lahm. Ich freue mich schon auf deine Antwort.
Viele liebe Grüße
Margit
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